Der Ruttensteiner Erhaltungsverein (REV) heißt Sie auf seiner Homepage herzlich Willkommen!


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Die Burgruine Ruttenstein liegt 758 m hoch auf einem freistehenden, bewaldeten, hohen Bergkegel über dem Tal der großen Naarn in der Ortschaft Niederhofstetten, Gemeinde Pierbach. Die darunterliegende Weinsberger Platte ist teilweise mit karminroten Granitgängen durchzogen - möglicherweise stammt auch daher der Name: roter Stein – Rotinstein.

Die einstmals riesige, mit sieben Ringtürmen versehene Hochburg, zählt noch heute zu den eindrucksvollsten Ruinen des Landes.
Die Burg wurde an der nördlichen und östlichen Seite durch Felswände geschützt, an der südlichen und westlichen Seite befand sich eine Ringmauer mit 7 Türmen. Die Ruine umfasste eine Vorburg mit etwa einer Fläche von 3200m2 und eine Hochburg mit Wohngebäuden mit einer Fläche von etwa 1600m2 – Der gesamte umbaute Bereich entsprach einer Fläche von von fast 5000m2 - also eine beachtliche Anlage.

Im Nordosten steht ein vierseitiger Turm mit gekuppelten romanischen Fenstern. Es wurde auch eine frühgotische Kapelle mit Rippengewölbe eingebaut, die aber auch später eingestürzt ist.

Die folgende Grafik zeigt den Grundriss der Ruine.

Die Ruine liegt ca. 3km (Luftlinie) nordöstlich von Pierbach.

Wegbeschreibung: (vom Ort Pierbach ausgehend)
von Pierbach Richtung Ortschaft Naarntal (Güterweg Ruttenstein)
anschließend der Beschilderung folgen

Koordinaten der Ruine:
Breitengrad: 48.3783165
Längengrad: 14.77103233

 

Aus historischen Quellen geht hervor, dass die Burg bereits 1160 als „castrum Rotenstein" mit bambergischem Besitz erwähnt wurde. Urkundlich wird sie jedoch erst 1209, in einer von Herzog Leopold für das Kloster Baumgartenberg ausgestellten Urkunde, unter dem Namen Rotenstein erwähnt. Der Baubestand der Hochburg deutet jedoch auch darauf hin, dass die Burg wesentlich älter ist. Die Bauzeit wird wohl in in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts fallen, was aber urkundlich nicht gesichert ist. Sie ist wohl eine Gründung des Grafen von Clam-Velburg, der Nachkommen der Herren von Machland um 1210 herum.

Nach dem Tod des Grafen Ulrich Clam-Velburg als Kreuzfahrer fiel dessen Besitz im Jahre 1217 an den Landesfürsten, dem Babenbergerherzog Albrecht VI. Am 2. Mai 1281 verpfändete sie der neue Landesfürst, König Rudolf I. von Habsburg, Ulrich von Kapellen und sie verblieb bis zum Aussterben der Kapellen 1406 in deren Besitz. Die Pfandherrschaft Ruttenstein erwarben dann die Wallseer.

Mit dem Erlöschen dieses Geschlechts im Jahre 1483 kamen die Liechtensteiner in den Pfandbesitz von Ruttenstein. Als weitere Besitzer folgten 1492 Heinrich und Siegmund Prueschenk und 1493 lösten die Liechtensteiner Ruttenstein von den Prueschenken ein. Während dieser Zeit wird die Burg kaum oder nur kurz als Herrensitz gedient haben. Stattdessen wurde sie als wehrhafte Grenzburg von Burghauptleuten und Pflegern besetzt und verwaltet.

Schon 1492 musste Christoph von Liechtenstein dem Kaiser die einstige Rodungsburg, die er nach den Grafen Clam-Velburg, den Kapellern und Wallseern erhalten hatte, zusammen mit Waxenberg und Wesenstein ausliefern. Das Haus Liechtenstein sollte dafür büßen, das es sich an die Seite des Matthias Corvinus, des Ungarnkönigs, gestellt hatte. Der Chronist der Familie Liechtenstein weiß zu berichten, daß sich dann 50 Jahre nach der Rückgabe der Herrschaft Ruttenstein, zu der die Märkte Weißenbach und Königswiesen gehörten, neuerlich ein Streit zwischen Habsburg und Liechtenstein um den begehrten Sitz entspann. Er endete, als der Landesfürst Ruttenstein endgültig für eine geringe Summe ankaufte.

Ruttenstein kam 1709 an Franz Ferdinand von Salburg, der die Herrschaft mit Schloss Aich, Zellhof und Prandegg vereinte.

Seit 1823 sind die Herzoge von Sachsen-Coburg-Gotha Eigentümer der Herrschaft Greinburg, zu der Ruttenstein auch heute noch gehört.

Heute ist die Ruine in 750 m Seehöhe fachmännisch abgesichert und betreut. Auf der höchsten Stelle der Waldkuppe stand die Altburg des 12. Jahrhunderts, wahrscheinlich nur der jetzt zum Teil eingestürzte Wohnturm mit romanischer Tür und spitzbogigen Zwillingsfenstern, ebenso der fünf-eckige Bergfried mit Stiegen im Mauerwerk, runden Fenstern und einer mannshohen Ringmauer.

Erst im 13./14. Jahrhundert sind der Palas, Kapelle und Schildmauer entstanden. Im 15. Jahrhundert legte man um diese Hauptburg eine riesige Vorburg mit sieben Rund- bzw. Schalentürmen.

Ruttenstein war bereits 1551 baufällig

1585: Ruttenstein ist zum Großteil schon eine Ruine

1594: Ein Brand richtet großen Schaden an

1727: Ein Blitzschlag zerstört weitere Teile der Ruine

1964: Erste Erhaltungsmaßnahmen finden statt (Holzstiege im romanischen Hochturm)

1968: Rundstiege vor dem Wohnturm wird restauriert

2002: Der Ruttensteiner Erhaltungsverein übernimmt die Sanierung der Ruine.

Seither werden Sanierungsmaßnahmen durch freiwillige Helfer durchgeführt. Eine Arbeitsgemeinschaft die in Pierbach entstanden ist, bemüht sich in den letzten Jahren sehr die Ruine zu sanieren und zu erhalten.

Allerlei Kriegsnot und Kriegslist
Einst wurde die Burg durch viele Wochen von einem mächtigen Feind belagert. Die Verteidiger wehrten jeden Angriff tapfer ab, aber der Vorrat an Lebensmitteln war aufgebraucht und die Not aufs Höchste gestiegen. Da griffen die Verteidiger zu einer List. In einem kleinen Teich innerhalb der Burg schwamm noch eine prächtige Rutte. Der Fisch wurde gefangen und über die Burgmauer unter die Feinde geworfen. Diese ließen sich wirklich täuschen. In der Meinung, die Eingeschlossenen hätten noch genug Vorräte, gaben sie die Belagerung auf und zogen ab.

Diese Sage gibt es in einer zweiten Version:
Die feste Burg Ruttenstein wurde einst vom Feind durch Wochen belagert. Die Verteidiger hielten sich tapfer, aber die Not an Lebensmitteln stieg auf das Höchste. Die Rutten, die noch im kleinen Teich herum schwammen wurden gefangen und getötet, mit dem Blute wurde eine getrocknete Ochsenhaut bestrichen und dann über die Ringmauer gehängt. Die Belagerer meinten, die Burg sei noch reichlich mit Lebensmitteln versorgt und zogen ab. So waren die Rutten die Retter der Burg geworden, diese wurde zur Erinnerung Ruttenstein genannt.

Von Ungeheuern, Drachen und wilden Tieren
Ein Junge hütete in der Nähe der Ruine Ruttenstein Schafe. Er hatte keinen kleinen Schreck, als er unter einem Felsen eine riesenhafte Schlange hervorschauen sah, deren Kopf nicht kleiner war als der eines halbgewachsenen Schweines. So schnell er konnte, lief er davon und erzählte es daheim. Die Leute brachten ein Geschütz herbei und töteten die Schlange mit einem Schuss. Wo die Kugel traf, sieht man heute noch das Loch im Felsen.

Hoch am Berg thront die Ruine Ruttenstein. Ihr Bild ist sehr facettenreich und hängt von mehreren Faktoren wie zum Beispiel Jahreszeit, Witterung oder Ansichtsrichtung ab.

Hier ein kleiner Einblick in die Gemäuer der Ruine, welche Sie bei einem Besuch näher erkunden können.

Für Detailansichten bitte auf die Bilder klicken!

Historische Aufnahmen

Hier sehen Sie einige historische Aufnahmen der Innenburg bevor die Arbeiten begannen.



Flugaufnahmen der Ruine (von ca. 1960 bis heute)



Winteraufnahmen



Panoramaaufnahmen