Um die Ruine Ruttenstein vor dem gänzlichen Verfall zu retten, wurde diese vom Haus Sachsen-Coburg und Gotha gepachtet. Die erste Maßnahme nach Abschluss des Pachtvertrages war der Bau eines LKW-befahrbaren Zufahrtsweges auf einer Länge von knapp 0,5 Kilometer. Diese Maßnahme war notwendig, um überhaupt Baugeräte und Material zur Ruine transportieren zu können.

Am Beginn der Sanierungsarbeiten war die gesamte Anlage fast vollkommen zugewachsen. Bäume und Sträucher wucherten regelrecht und setzten neben Wind und Regen dem Mauerwerk massiv zu. So musste vor der Beginn der Mauerwerkssanierung der enorme Bewuchs beseitigt werden.

Im Frühjahr 2000 konnten dann die ersten Mauerwerkssanierungen erfolgen. In einer zweiwöchigen Arbeitsetappe ist es mit Unterstützung vieler freiwilligen Helfer gelungen, innenseitig einen Teil der Außenringmauer im Eingangsbereich zu sichern.

Neben dem Aussichtsturm ist der Bergfried das eigentliche Wahrzeichen der gesamten Anlage.

Der Zahn der Zeit nagte am gesamten Mauerwerk und so sind vom Bergfried leider viele Meter abgebrochen, sodass die lose auf der Mauerkrone liegenden Steine, aber auch die angebrochenen Stellen des Mauerwerkes für die Besucher bereits eine große Gefahr darstellten.

Eine Hubschrauberbesatzung des Bundesheeres hat im Frühjahr im Rahmen einer Übung die Abräumung des losen Mauerwerkes auf der Mauerkrone durchgeführt.

Weiters wurde ein Großteil des Bewuchses im Inneren der Anlage entfernt, sodass die Mächtigkeit der Anlage wieder so richtig zum Vorschein kommt. Vor allem der noch stehende Zacken des Bergfried ist seit dem wieder weit aus allen Himmelsrichtungen zu sehen.

Mit Hilfe eines Hydraulikbaggers wurde dann im Spätherbst ein Teil der abgebrochenen Gesteinsmauern beiseite geschafft und eine völlig neue Auffahrtsrampe hergestellt. Diese Rampe ist kein ursprünglicher Anlagenteil. Um mit Baugeräten jedoch in die Innenburg zu gelangen, war die Errichtung der Rampe notwendig.


Der vermehrte Zustrom an Besuchern erforderte erste Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur. Ein erster Besucherparkplatz für etwa 50 PKW - auch für Busse geeignet - wurde gebaut. Dieser Parkplatz liegt südwestlich der Ruine am Wanderweg Nr. 95 in einer Entfernung von 2,5 km. Nebenbei wurden auch die Zufahrtsstraßen durch Wegweiser besser beschildert.

Um die Sicherheit der Besucher gewähren zu können, musste auch das hölzerne Stiegengeländer erneuert werden. Der örtliche Schmiedebetrieb hat dieses aus Metall angefertigt und montiert. Einige Absturzstellen in der Anlage wurden ebenfalls in gleicher Weise gesichert.


Im Jahr 2005 wurde erstmals erfolgreich Bilanz gezogen.
Einiges wurde schon geschafft....

.....einiges wurde in den darauffolgenden Jahren in Angriff genommen.

Hier ein kleiner Auszug davon:

Werbefolder
Von den damaligen Betreibern der Schutzhütte Ruttenstein wurde der erste Werbefolder erstellt an dem sich der Erhaltungsverein beteiligt hat. Das große Interesse der Besucher zeigte uns, dass man die Ruine "mit nach Hause nehmen" möchte. Daher wurde auf Grund der großen Nachfrage ein eigener Folder gestaltet wurde.

Sichere Aussichtsplattform
Etwas kompliziert und nicht ungefährlich war das hochtransportieren der fünf Eisentraversen zum Unterfangen der Aussichtsplattform. Mit dem Einbau dieser Unterzüge ist die ca. 45 Jahre alte Betondecke entsprechend einem statischen Gutachten nun ausreichend gesichert und es konnte die provisorische Deckenpölzung entfernt werden. Zum Einziehen der Traversen war es erforderlich, rund 1⁄2 m tiefe Löcher in die Mauer zu stemmen. Die Eisenträger mussten eingefädelt werden. Verputzt wurden auch die schadhaften Stellen in der Betondecke. Danke allen Helfern für diese kräfteraubende Arbeit.

Ordentliche Stromverteilung
Speziell im Hinblick auf die Open-Air-Veranstaltung aber auch die Beleuchtung der Anlage war es notwendig, eine ordentliche Stromverteilung in der Ruine herzustellen. Sehr aufwendig war die Verkabelung wegen der Weitläufigkeit der verschiedenen Anlagenteile. Mit dieser Stromversorgung haben wir hoffentlich für die nächsten Jahrzehnte die notwendige Vorsorge getroffen.

Sicherer Zugang
Der Hauptzugang in die Ruine konnte mit einem stabilen Geländer abgesichert werden. In akribischer Feinarbeit hat Schmiedemeister Karl Schnepf das Metallgeländer angefertigt und montiert. Diese Absturzabsicherung dient beim steilen Anstieg zum Haupteingang auch als wertvolle Aufstiegshilfe. Eine weitere Anhaltestange ist bei den Steinstufen zum Aussichtsturm angebracht worden.

Pierbacher Gastwirte spenden Orientierungstafeln
Die Aussichtsplattform der Ruine Ruttenstein bietet den BesucherInnen neben einer Vielzahl von nahe gelegenen Sichtzielen bei entsprechender Witterung auch einen gewaltigen Fernblick in alle Himmelsrichtungen. Mit drei Orientierungstafeln konnte nun einem oftmals geäußerten Wunsch entsprochen werden, diese nahe und fern gelegenen Ziele zu beschreiben. Knapp 50 Orte, Berge oder sonstige Orientierungshilfen sind mit entsprechenden Höhenangaben und Entfernungen in Luftlinie auf diesen Tafeln nachzulesen.

In den nächsten Jahren wurden die Arbeiten entsprechend fortgesetzt.


„Burgi“

Um die Arbeiten auf der Ruine zu erleichtern, wurde vom Erhaltungsverein ein gebrauchtes, ehemalige Rettungsauto erworben. In recht kurzer Zeit konnten Sponsoren gefunden werden, die über einen längeren Zeitraum einen finanziellen Beitrag zur Bedeckung der Fixkosten für das Fahrzeug leisten.

Fertigstellung der Eisenstiege
Das Jahr 2011 startete mit der lang ersehnten Fertigstellung der Stiege zum Aussichtspunkt am Bergfried.

WC- Anlage und Lagercontainer

Da jährlich Veranstaltungen in der Ruine Ruttenstein stattfinden wurde mittels Container ein Sanitärbereich/Toilettenanlage geschaffen. Diese Anlage soll steht (ja nach Witterung) auch für Tagesgäste zur Verfügung. Der Container verfügt zudem über einen kleinen Aufenthalts- und Lagerbereich. Die gesamte Anlage wurde in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, dem Naturschutz sowie der Baubehörde noch rundum mit Holz verkleidet und mit einem Pultdach ausgestattet.

Wie Sie sehen können, setzt der Ruttensteiner Erhaltungsverein alles daran, das "Juwel" Ruttenstein mit jährlichen Sicherungs- und Infrastrukturarbeiten für unsere Besucher so anschaulich und zugänglich wie möglich zu erhalten.

Wir freuen uns sehr, dass auch Sie sich dafür interessieren!

Ruttensteiner Bur(g)enziegen als Landschaftsgärtner

Schon seit Jahren ist der Ruttensteiner Erhaltungsverein bemüht die Ruine im Innen- als auch im Außenbereich verstärkt und dauerhaft sichtbar zu machen. Aber einmal freigeschnitten hält bekanntlich nicht lange. Im Nu verbuschen diese Flächen wieder und wachsen in kürzester Zeit wieder zu.

Auf etwa einem Hektar Pachtgrund wurde nun das Beweidungsprojekt mit Ziegen gestartet. Neben der Einzäunung war auch der Bau eines stabilen Wetterschutzunterstandes erforderlich.

Die Ziegen fühlen sich sichtlich wohl und halten den Flächenbewuchs in Grenzen.

Neben diesem gewünschten Effekt, haben sich die Ziegen schon als Besuchermagnet etabliert. So kann es schon mal vorkommen, dass der ein oder andere Besucher beinahe enttäuscht ist, auf Grund der großen Beweidungsfläche keines der Tiere erblickt zu haben.

Seit Jahren ist die Ruine Ruttenstein nun ein beliebtes Ausflugsziel. Durch das einzigartige Ambiente, ist die Ruine aber auch für Veranstaltungen geeignet.

Als Versuch begonnen wurde im Jahr 2003 mit dem sogenannten "Winteraustreiben".

Zur Erklärung:

Nach dem Entzünden eines Feuers als Zeichen des Lichtes und der Wärme wird von den Kindern der immer lauter werdende Spruch "Winter, Winter geh, wir brauchen keinen Schnee, wir wollen nun die Wärme haben, darum werden wird ich jetzt verjagen", gerufen. Zwischen den Rufen wird von den Kindern mit allerlei Lärmwerkzeug Radau gemacht, welcher die Geister des Winters aufscheuchen und vertreiben soll. Anschließend wird der Winter, in Form einer Puppe, im Feuer verbrannt.

Diese Veranstaltung kam so gut an, dass angedacht wurde, nun jährlich eine Aufführung in den Mauern der Burg abzuhalten.

 

Im August 2005 gab es erstmals auf der Ruine ein Konzert. Als Gäste begrüßten wir die Gruppe "Stoahoat&Bazwoach".

In den Jahren darauf folgten die Gruppen

Es gab auch von anderen Veranstaltern Festivals und Konzerte. Unter anderem von der Jugendbewegung Mischwald, welche im Jahr 2008 ein Jazz-Festival in der Ruine veranstaltete.

Vom Musikverein Pierbach wurde ebenfalls die tolle Kulisse genutzt.

 

Auf Grund der Tatsache, dass die Veranstaltungen - egal ob Musikkabarett, Konzert oder Schattentheater - oftmals auf Grund von Witterungseinflüssen recht durchwachsen waren, beschloss der Verein im Jahr 2016 eine neue Veranstaltung zu etablieren - das Bergfeuer. Eine Abwandlung des Sonnwend- und Petersfeuer.

 

Wichtige Termine 2017

Bergfeuer am 08. Juli 2017 ab 18:00 Uhr

(Ersatztermin am 15. Juli 2017)